Einen besonders starken Einfluss auf meinen Architekturgeschmack hatte unsere Hochzeitsreise in die Kykladen. Diese mit Licht und Sonne verwöhnten Inseln waren schon vor Tausenden von Jahren der Wohnort von Göttern und Königen. Zahlreiche Überreste von Tempeln und Palästen zeugen auch heute noch davon. Wir konnten uns gut vorstellen, wie sich hier das Licht zwischen den Säulen brach und wie kühl es auch im Sommer hinter diesen dicken Steinquadern gewesen sein muss.
Wir bewunderten in den Museen und Geschichten die Originale und Nachbildungen antiker Schmuckstücke und kauften uns dann noch schöne Silberringe mit dem Mäandermuster, dessen Bedeutung vielseitig ausgelegt wird. Manche sagen, es stelle das sagenumwobene Labyrinth des Minotaurus dar, andere den Fluss Mäander, der sich in vielen Windungen durch die heutige westliche Türkei zieht.
Doch neben diesen antiken Sehenswürdigkeiten hat uns auch der typisch griechische Baustil gefallen: ein- oder zweistöckige weißgetünchte Häuser, die sich terrassenförmig an die Hängen der Inseln schmiegen, an denen blaue, rote, grüne oder gelbe Fensterläden leuchten und prächtige Bougainvilleas oder Weinranken Schatten spenden. Und über allen thronen die blauen Kuppeln der orthodoxen Kirchen.
Der Lebensrhythmus der Menschen hier wird, wie man hier lesen kann, vor allem von der Sonne bestimmt. Am Mittag, wenn sie am heißesten scheint, ist es ruhiger als spät nach Mitternacht. Nicht nur die Geschäfte schließen, sondern auch die Schulen. Die Kinder haben hier nur bis 12 Uhr Schule, dann aber wieder am Abend. Wir waren genau in der Zeit in Griechenland, als Schuleinführung war. Nicht weit von unserem Hotel war eine Schule, so dass wir an diesem Morgen vom aufgeregten Geschnatter der Kinder und Eltern geweckt wurden. Was uns dabei auffiel: Nur ein einziges Kind hatte eine Zuckertüte. Wahrscheinlich war es das Kind von Deutschen, die sich hier auf dieser schönen Insel niedergelassen hatten.
Diese und viele andere Bilder kommen mir immer wieder in den Sinn, wenn ich mein Umfeld gestalte. Ich versuche dann immer das Licht, die Farben und die mediterrane Stimmung dieser Inseln im Raum zu verbreiten. Was natürlich nur annähernd gelingt.